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KW 24 / 2019

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Kosovo-Flagge 

„Friedensmission“

20 Jahre Friedenstruppe KFOR im Kosovo

Französische KFOR-Soldaten in Mitrovica / Kosovo an der Brücke über den Fluss Ibar, der serbische und albanische Wohngebiete voneinander trennt. Foto: Uwe Schütz

12.06.1999: Zwei Tage nach Einstellung der NATO-Luftangriffe (24.03.1999 - 10.06.1999) rückt auf Befehl des NATO-Rates die 51.000 Mann starke Friedenstruppe „Kosovo Force“, kurz „KFOR“, in den Kosovo ein, in dem seit einem Jahr Bürgerkrieg herrschte.

Sie überwachen den Rückzug der jugoslawischen Armee und die Rückkehr der während des Krieges in die Nachbarländer geflüchteten Kosovo-Albaner.

* * *

„O ja, ich bin überzeugt, dies ist ein gerechter Krieg“, hatte NATO-Generalsekretär Solana in einem Spiegel-Interview gesagt.

Doch weil der Krieg ohne Uno-Mandat geführt wurde, war er völkerrechtswidrig. Nur aus einem Grund durften deutsche Soldaten daran teilnehmen und der hieß: „Abwendung einer humanitären Katastrophe“.

Doch mit dem NATO-Luftkrieg ging Flucht und Vertreibung von Kosovo-Albanern erst richtig los. Eine zweite Katastrophe begann mit dem Einrücken der Friedenstruppe KFOR: Sie schaute offenbar weg, wenn die kosovo-albanischen „Freiheitskämpfer“ der UCK ihre „Säuberungen“ gegen andere Volksgruppen fortsetzten.

2003, vier Jahre nach dem Krieg: Flüchtlinge aus dem Kosovo in Sammelunterkünften in einer Sporthalle in Vranje im Süden Serbiens. Auch 5 Jahre nach dem NATO-Krieg lebten sie auf engstem Raum ohne Privatsphäre und ohne Hoffnung, in ihre Heimat zurückkehren zu können. Foto: Uwe Schütz

Die UCK wurde nämlich größtenteils nicht gemäß UN-Resolution (1242) entwaffnet, sondern nur umbenannt (z.B. in TMK). Vor den Augen der Friedenstruppen wurden seither mehr als 100.000 Serben und Roma vertrieben und 76 Kirchen, Klöster und Kapellen zerstört.

Alle unsere politischen Sonntagsreden, im Kosovo eine multiethnische Gesellschaft aufzubauen, waren Makulatur. Man kann nur darüber spekulieren, warum unsere Bundesregierung diesen Krieg wollte: Entweder sie wollte „Bündnistreue“ zeigen oder sie wollte den ersten islamischen Staat in Europa oder sie ist einseitiger Propaganda zum Opfer gefallen. Auf jeden Fall gehörte Deutschland 2008 zu den ersten Ländern, die den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannten.

Es begann mit einer Lüge“ war 2001 das Fazit einer WDR-Dokumentation über den ersten Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach 1945. Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes waren sich ihrer „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ bewusst und wollten „in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen“. 50 Jahre später haben wir uns leider von diesem Grundsatz sehr weit entfernt.

Uwe Schütz

 

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1999 : Friedenstruppe KFOR rückt in Kosovo ein
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