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Im Bibelflash:

„Den Splitter im fremden Auge,
aber nicht den Balken im eigenen sehen“

gesendet am 26. Mai 2019 von Jens R. Göbel
 

 

Achtung ducken, Balken von links!

Das ist schon gefährlich hier. Immer diese Balken, die durch die Luft schwirren. Wiedermal ein Korrekturversuch eines eifrigen Mitmenschen.

Man kann es ja schon verstehen: Nobody is perfect. Was gibt es nicht alles an Verhaltensweisen, die uns bei unseren Mitmenschen auf die Nerven gehen. Wer will es da einem verübeln, wenn wir uns gegenseitig unsere Fehler vor Augen führen.

Eine bekannte Redewendung kennt aber das Phänomen „den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen sehen“. Eine hübsche Karikatur, die von Jesus Christus stammt:

„Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist,
den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“

Matthäus 7, 3

Achtung, nochmal ein Balken, diesmal von rechts! Das war knapp!

Kritik ist das eine. Auffallend ist aber schon, dass wir menschliche Schwächen sehr schnell bei anderen sehen. Bei uns selber dagegen sind wir weitaus großzügiger. Wenn wir unsere Marotten überhaupt wahrnehmen. Irgendwie sind wir für andere sensibler. Wie kommt das bloß? (Lukas 18,11).

Da kommt wieder ein Balken! Hei, der hat aber viel Porzellan zerschlagen!

Schon erstaunlich, was wir bisweilen kaputt gehen lassen, bevor so etwas wie Selbstkritik aufkommt. Dabei sind die Eigenheiten unseres Gegenübers oft weitaus harmloser, als die eigenen. Selbstkritik wäre also angebracht. Jesus macht es mit dieser Karikatur ganz deutlich: Es gilt erstmal vor der eigenen Haustüre zu kehren, dann kann man auch überzeugend und kompetent anderen helfen (Matthäus 7,5).

Dabei ist gegenseitige Unterstützung eine große Chance. Kritik kann uns helfen, wenn sie konstruktiv ist und in dem Bewusstsein erfolgt, selber ein lernender zu sein. Schließlich wollen wir uns ja helfen und nicht mit unseren Balken erschlagen.

Jens R. Göbel, 25.05.2019