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Im Bibelflash:

Matthäus 23, 23

gesendet am 20. September 2013 von Dr. Hans Frischutor}
 

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler – sieben Mal in einem Kapitel sagt Jesus diesen Satz, verbunden mit schweren Vorwürfen - einer davon ist der heutige Flash.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler,
die ihr verzehntet Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite,
nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!
Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

Matthäus 23, 23

Minze, Dill und Kümmel „verzehnten“ – das fällt doch nicht ins Gewicht, zehn Prozent Mehrwertsteuer auf Pfefferminztee und Gewürze!
Doch beim „Zehnten“ geht es nicht um eine Steuer, es ist ein Opfer das in den Tempel gebracht wird von aller Ernte und allem Gewinn. Und kein Finanzamt prüft nach.
Da konnte leicht etwas „übersehen“ werden – doch „Gott sieht alles“ meinten nicht nur die Pharisäer.
Als die wirklich Frommen zahlten sie demonstrativ sogar ihren Zehnten von Gewürzen – und schauten verächtlich herab auf die, welche von ihrem kargen Einkommen kaum etwas abgeben konnten - natürlich auch auf die Reichen, bei denen 10 % schon ein beachtlicher Betrag wäre - wo sich die Hinterziehung also lohnte.

Ja, wenn die Wohlhabenden unter den Pharisäern ihre Opfer stillschweigend im Tempel gelassen hätten und stillschweigend den Armen etwas gebracht hätten - das hätte Jesus recht gefunden und barmherzig, eine Tat im Glauben.

Wenn Bill Gates und seine Frau die Hälfte ihres Vermögens in eine soziale Stiftung einbringen, dann ist das eine solche Tat - auch wenn es in unserer Medienwelt nicht still vor sich geht. Wahrscheinlich hoffen sie und glauben sie, dass sie Nachahmer finden.

Wenn die von uns, die sich leisten können, 10 % opfern würden in Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben, wo immer wir die Notwendigkeit sehen – das wäre schon was. Es müsste niemand davon erfahren.
Steuern müssen wir zahlen – „Dies sollte man tun, dass andere nicht lassen“.

Dr. Hans Frisch