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Im Bibelflash:

Lukas 20, 23 - 25

gesendet am 13.01.2013 von Dr. Hans Frisch
 

„Seine Worte“ sind ausgewählt für den Bibelflash – für heute Lukas 20 Vers 23:

Er aber merkte ihre List und sprach zu ihnen: ...
Lukas 20, 23

Da könnten wir jetzt fantasieren - zum Beispiel von listigen Ausreden und Begründungen, die Gott durchschaut und dann Klartext mit uns redet. Doch der Vers stammt aus einer ganz konkreten Geschichte.

Hinterhaltszeugen waren vom Hohen Rat geschickt worden, die sollten Jesus eine Falle stellen.

„Meister, wir wissen, dass du aufrichtig redest und lehrst und achtest nicht das Ansehen der Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht.“ - so reden sie heuchlerisch und fragen dann: „Ist's recht, dass wir dem Kaiser Steuern zahlen, oder nicht?“

Es geht um den römischen, den heidnischen Kaiser - Dessen Forderungen abzulehnen ist doch wohl Pflicht für einen frommen Juden! Doch zugleich wäre es ein Verbrechen vor dem römischen Recht, und würde sein Ende bedeuten. Denn da verstanden die Römer überhaupt keinen Spaß.

Die Falle ist perfekt. Sagt er: „Nein, keine Steuern“, dann ist er geliefert. Sagt er: „Ja, zahlt Steuern“, dann ist er beim Volk unten durch. „Er aber merkte ihre List.“

„Zeigt mir einen Steuergroschen!“, verlangt er. Sie greifen in die Tasche und holen einen Steuergroschen hervor, mit dem Bild des göttlichen Tiberius.

„Wessen Bild und wessen Aufschrift ist das?“ fragt er, als hätte er noch nie eine solche Münze in der Hand gehabt. „Des Kaisers“ müssen sie zugeben - und sie wissen wohl, dass sie, die ach so frommen, blamiert sind vor dem Volk – denn eigentlich ist es ein Götzenbild, das sie mit sich herum tragen.

Er aber sprach zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“
Und sie konnten ihn in seinen Worten nicht fangen vor dem Volk und wunderten sich über seine Antwort und schwiegen still - so endet die Geschichte.

Man kann aus der genialen Selbstverteidigung Jesu eine „Zwei-Reiche-Lehre“ entwickeln – wie Martin Luther getan hat (und es wäre keine schlechte Antwort auf das Streben religiöser Kräfte nach politischer Macht, nicht nur im Islam) - doch steht die Geschichte in der Verfolgung Jesu, die kurz danach am Kreuz endet.

Unser Text könnte eine Einladung sein, aufmerksam in die kommende Passionszeit zu gehen – gewissermaßen Jesus zu begleiten. Es ist ein dramatischer Weg, den er gegangen ist.

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