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Bibelflash
Pnuel
gesendet am 27.02.2005 von Gerhard Marsing
 

Jakobs Kampf um Gottes Segen

Jakob hatte seinen älteren Bruder Esau um das damals so wichtige Erstgeburtsrecht betrogen und musste deshalb von Zuhause weg. Er ging in die Fremde zu seinem Onkel Laban. Dort verliebte er sich in die schöne Rahel.

Sieben Jahre schob Jakob Dienst um ihre Hand, aber am »Morgen danach« war es die hässliche Lea, die neben ihm lag. Aus dem Betrüger wurde der Betrogene. Sieben weitere Jahre musste er für die wirkliche Rahel dienen. Nach 20 Jahren hat Jakob die Abhängigkeit von Laban satt und entschließt sich zur Rückkehr in die alte Heimat. Ein ganzer Tross von Männern, Frauen und Kindern, dazu große Herden begleiten ihn.

Unterwegs kommt es zu einer unheimlichen Begegnung: An der Furt des Jab-bok, einem östlichen Nebenfluss des Jordan, wird Jakob in der Nacht von einem geheimnisvollen Mann überfallen. Jakob wehrt sich. Auch als der Angreifer ihn an der Hüfte schwer verletzt und bittet, ihn endlich loszulassen, kämpft er weiter. Er lässt den Angreifer nicht los, weil er irgendwo tief in sich drin in seinem Gegenüber Gott erahnt. Doch nun entzieht sich der Andere wieder geheimnisvoll: Er segnet Jakob, aber seinen Namen gibt er nicht preis. Scheinbar hat Jakob gesiegt und es wird ihm ein neuer Name zuteil: Israel, "der Gottesstreiter". Am Ende spürt Jakob das Wunder dieser Begegnung: Er hat Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, darum nennt er den Ort Pnuel, das heißt "Im Angesicht Gottes".

Die Erzählung ist voller Rätsel. Sicher: Sie erklärt eine Reihe von merkwürdigen Gegebenheiten in Israel: Warum heißt jener Ort Pnuel? Warum heißt Israel Israel? Warum essen die Israeliten den Hüftnerv nicht?

Entscheidend aber ist etwas anderes: In der Geschichte von Jakobs Kampf am Jabbok hat das Volk Israel die ganze Geschichte mit seinem Gott wiedererkannt. Jakob hat alles losgelassen, seine Familie, seinen Besitz, seine Gesundheit. Aber er hat sich an Gott geklammert, ihn verbissen festgehalten. Den Segen Gottes erlangt er am Ende nicht durch den Betrug an seinem Bruder Esau, sondern in der Begegnung mit Gott selbst. Nachzulesen im 32. Kapitel des 1. Buch Mose.

Gerhard Marsing

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