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Fußballer privat: »Gott ist nicht blau-weiß«

Der "Stern" porträtiert deutsche Fußballnationalspieler

"Gottesdienst ist Party. Jeden Sonntag tanzt Gerald Asamoah in der "Christian Church of Outreach Mission" in Oberhausen. Und dafür braucht er einen langen Atem, denn so ein Gottesdienst kann bis zu fünf Stunden dauern.“

Diese Zeilen sind nicht der Einleitung einer Fußballer-Bibel entnommen, sondern dem des Wochenmagazins Stern WM-Extra. So beginnt das Porträt des dunkelhäutigen Nationalspielers Gerald Asamoah. Ihm und Nationalspieler Kevin Kuranyi hat der Stern sehr persönliche Worte entlockt - und ist dabei auf mehr Glauben gestoßen, als man in einem WM-Extra erwarten durfte.

Kevin Kuranyi: "Ich bemühe mich, auf dem Platz Christ zu bleiben."

Kevin Kuranyi z.B. schreibt, wie er vor jedem Heimspiel an der Kapelle der Schalker Veltinsarena vorübergehen muss. Kuranyi "findet es wunderbar, dass die Kirche gerade dort einen Platz bekommen hat, wo man sie vielleicht am wenigsten vermutet: im Stadion, beim Fußball." Auch wenn die Tür meistens verschlossen sei.
"Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber der Glaube ist das Fundament meines Lebens.", sagt die erst 24-jährige deutsche Sturmhoffnung. Daneben wirke der Fußball so klein, findet er. Auch auf dem Platz will Kuranyi Christ bleiben. Dazu gehöre die Achtung vor dem Gegner – Hassgefühle brauche er nicht, um sich zu motivieren.

Brasilianische Hotelzimmergebete

Seit zwei Jahren lese er in der Bibel, um "selbst stärker auf Gott zuzugehen". Er sei allerdings noch nicht weit gekommen, weil die Bibel ein ganz besondere Buch sei, "für das man viel Zeit und Konzentration braucht". Die Brasilianer auf Schalke haben sich deshalb zur Gründung eines Bibelkreises gesucht und gefunden. Neben Kuranyi gehören Lincoln, Rafinha und Bordon zu den Spielern, die vor Spielen gemeinsam auf dem Hotelzimmer beten.

Kuranyi will Gott aber auch nicht instrumentalisieren. "Gott ist nicht blau-weiß, er lässt sich nicht für irgendwas einspannen", ist sich der Deutsch-Brasilianer sicher und ergänzt: "Schon gar nicht für einen Club." Es sei eben nur Fußball – ein Spiel, mehr auch nicht.

Gerald Asamoah: Von Gott wachgerüttelt

Gerald Asamoah wird vom Stern in die afrikanische Gemeinde nach Oberhausen begleitet. Seine zweite Heimat. Hier ist nicht er der Star, sondern andere. Der Prediger, die Band. Sein Gott.

"Dass ich heute noch Fußballprofi sein darf, habe ich nur Gott zu verdanken.", weiß der 27jährige, der vor sieben Jahren mit einer Verdickung der Herzscheidewand ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Jahrelang habe er Gottes Reden und Werben überhört, sagt er Rückblickend. Erst durch die Krise sei der dafür sensibel geworden. "Das mit dem Herzen hat mir gezeigt, wie taub ich vorher gewesen bin."

Quelle : Jesus.de-Newsletter vom 27.04.2006