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07.07.1973:
In Nürnberg stirbt der Soziologe Dr. Max Horkheimer (*14.02.1895
in Stuttgart).
Als Sohn eines jüdischen Fabrikanten lernt er früh miserable Verhältnisse von Arbeiterfamilien kennen und befasst sich mit dem Marxismus. Er studiert Psychologie, Philosophie und Ökonomie.
1928 wird er an der Frankfurter Uni Leiter des Instituts für Sozialforschung. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelt sich das Institut zur "Frankfurter Schule" und zum Mekka der antiautoritären Bewegung. Horkheimers Veröffentlichungen über die kapitalistische Gesellschaft prägen die Studentenbewegung der 60er Jahre.
* * *
Horkheimer
lässt sich aber nicht zur "Galionsfigur" der Studentenbewegung
machen. Er bewahrt sein unabhängiges Denken. Angesichts der vielen totalitären
Regime in der Welt und dem schlechten Benehmen der Studenten kommen ihm immer
mehr Zweifel an den Theorien von Aufklärung und Vernunft.
In einem Spiegel-Interview (DER SPIEGEL 1/2/1970) nach einem "allmächtigen Gott" gefragt, sagt er:
"Es
ist keine Gewissheit,
dass es einen allmächtigen Gott gibt -
Ja, wir können es nicht einmal glauben
angesichts dieser Welt und ihres Grauens."
Was bleibe, sei die Sehnsucht, und was ihn bewege sei, wie die Gesellschaftsform zu dieser "theologischen Idee" aussieht.
Mit Antworten von Kirche und Gemeinde schaut es meines Erachtens - von Kommunitäten und Klöstern mal abgesehen - ziemlich traurig aus. Aber es ist schon etwas Großes, wenn Christus in unseren Familien "Hände und Füße" bekommt.
Uwe Schütz
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