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Das Kalenderblatt

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KW 29 / 2003

Eine Kalenderwoche weiter

 

Der Stellvertreter

20.07.1943: Pacelli (später  Papst Pius XII) unterzeichnet das Reichskonkordat. von Papen (2.v.links);  Montini. der spätere Papst Paul VI (re. stehend)
20.07.1933: Pacelli (Mitte, später Papst Pius XII) unterzeichnet das Reichskonkordat, links Hitlers Unterhändler Franz von Papen Quelle: DHM, Berlin, PK 99/386

70 Jahre Pakt zwischen Kirche und Staat

Rom, 20.07.1933: Der Vatikan schließt mit dem jungen Nazi-Deutschland einen Vertrag. In diesem sogenannten Reichskonkordat garantiert Hitlers Unterhändler und Vizekanzler Franz von Papen der katholischen Kirche die Freiheit, ihren Glauben zu bekennen und den Schutz ihrer Organisationen einschließlich ihrer Schulen und Hochschulen.

Anderseits versichert Chefdiplomat Eugenio Pacelli (später Papst Pius XII), für katholische Geistliche das Mitgliedschaftsverbot in politischen Parteien durchzusetzen.

* * *

Der Vertrag wurde von beiden Seiten als großer Erfolg verbucht:

Hitler gelang es durch weitreichende Zugeständnisse, die Widerstände der Katholiken zu beseitigen und seine Gleichschaltungspolitik zu verschleiern. Die katholische Kirche hatte das Ziel erreicht, was 10 Jahre lang immer wieder scheiterte.

Papst Pius der 12.
Papst Pius der 12.

Durch Lobesreden und Appelle über Kanzel, Katheder und Kirchenzeitungen, "der Obrigkeit untertan zu sein", wurde es für Katholiken fast unmöglich, Kritik offen auszusprechen. Die der Kirche nahestehenden Parlamentsparteien (Zentrum und Bayerische Volkspartei) hatten sich bereits zwei Wochen vor Unterzeichnung des Reichskonkordats aufgelöst.

1939 bestieg der damalige Unterhändler Eugenio Pacelli als Papst Pius XII selbst den Heiligen Stuhl. Für so viel Zugeständnisse schaute er dann wohl weg, als Tausende von Juden aus Rom abtransportiert wurden.

Schon zu biblischer Zeit warnte Jesus seine Leute:

Seht euch vor vor den falschen Propheten,
die in Schafskleidern zu euch kommen,
inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Eine harte Rede Jesu - und nicht nur für harte Zeiten
aus Matthäus 7, 15-16a

Heike Gerhold

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