2.
Phase des Vietnamkrieges
Die zweite Phase des Vietnamkrieges entsprang 1957-1958 mit der Forderung
Nordvietnams eine Abhaltung von Wahlen und die Bildung einer gesamtvietnamesischen
Regierung durchzuführen. Doch der, von der USA unterstützte
Präsident NGO DINH DIEM, lehnte diese Forderung ab. Im selben Jahr
begannen kommunistische Untergrundkämpfer, die Vietcong, im Süden
den Kampf gegen Südvietnam. Über den Ho-Chi-Minh-Pfad, ein Dschungelpfad,
der über laotisches und kambodschanisches Gebiet, von Nord- nach
Südvietnam führt, wurden die Vietkong mit Waffen aus der UdSSR
und der Volksrepublik China unterstützt und später auch mit
Truppen versorgt.
Süd-Vietnam und die USA verstanden das als Einmischung in die inneren
Angelegenheiten Süd-Vietnams. Die USA reagierte zunächst mit
Militärhilfe und der Entsendung von Militärberatern nach Südvietnam.
1961 schickte John F.Kennedy 3.200 "Militärberater", um
den "Brandherd Vietnam" zu löschen. Dementsprechend betrachteten
sich die USA auf ein Hilfesuchen Süd-Vietnams und des SEATO-Vertrages,
der Süd-Vietnam eine Sicherheitsgarantie gab, auch für für
berechtigt und verpflichtet, in den Krieg einzugreifen. Aus der Forderung
der Indochinakonferenz nach Wiederherstellung der staatlichen Einheit
leitete Nordvietnam die Berechtigung ab, sich als Bürgerkriegspartei
am Kampf der Vietcong gegen die als illegal betrachtete Regierung Südvietnam
zu beteiligen.
Nach innenpolitischen Spannungen unter anderem mit dem Sturz Diems (1963)
zogen sich die südvietnamesischen Streitkräfte immer weiter
zurück und die Vietkong beherrschten bald große Teile Südvietnams.
Der Weg der USA in den Vietnamkrieg
USA 1964. Eine ganze Nation will den Frieden und wählt den Demokraten
Lyndon B. Johnson zu ihrem Präsidenten (03.11.1964). Er gewinnt haushoch
gegen den Republikaner Barry Goldwater, der sich für ein hartes Eingreifen
in Vietnam stark macht. Als Lyndon B. Johnson die Wahl mit gegenteiligen
Argumenten gewonnen hat, macht er genau das: Er ordnet die massiver Bombardierung
nordvietnamesischer Städte (ab 1965) an.
Wohl schon vor der Wahl war die US-Regierung (Johnson war seit dem Attentat
auf John F. Kennedy US-Präsident) fest entschlossen, Krieg in
Vietnam zu führen. Am 4. August wird der US-Zerstörer 'Maddox'
angeblich torpediert, angeblich von einem nordvietnamesischen Torpedoboot.
Ein grundloser Angriff, behaupten die Amerikaner. Sie bringen den Fall
vor die Vereinten Nationen.
Nach der Wahl dreht sich die Stimmung im Volk, keine Spur mehr von Friedenssehnsucht
in den USA. Und Präsident Johnson hat endlich einen Anlass, Nordvietnam
zu bombardieren. US-Präsident Lyndon B. Johnson: 'As I speak to you
tonight, our action is now an execution.' (Während ich zu Ihnen spreche,
sind wir in den Krieg eingetreten). Zum ersten Mal greifen die Amerikaner
nun direkt in die Kampfhandlungen in Vietnam ein.
Der Kriegsgrund der USA war eine Propaganda-Lüge
Sieben Jahre später finden Journalisten der New York Times heraus:
Der Kriegsgrund war eine glatte Propagandalüge. Denn tatsächlich
hatten die Amerikaner mit ihren südvietnamesischen Verbündeten
zuerst angegriffen.
Konfliktforscher Prof. Wolfgang Vogt: 'Zu dem Angriff auf den Zerstörer
Maddox gibt es keine Belege, das ist eine höchst zweifelhafte Angelegenheit.
Und Johnson brauchte einen solchen Anlass aus mehreren Gründen. Der
wichtigste war: Er brauchte eine Generalsvollmacht seitens der Kongresses,
um freie Hand zu bekommen für Kriegsführung gegen Nordvietnam
und die Vietcong. Er musste die amerikanische Öffentlichkeit und
die Weltöffentlichkeit auf seine Seite ziehen. Und dazu war ihm dieser
Anlass gerade recht'." (PANORAMA Nr. 622 vom 6.2.2003)
1965 beginnen die USA mit der massiven
Bombardierung von Nordvietnams
Nach dem sich 1964 ereignende Tongking-Zwischenfall,
bei dem zwei amerikanische Kreuzer von nordvietnamesischen Torpedobooten
im Golf von Tongking torpediert wurden, hat sich die USA ohne direkte
Kriegserklärung in das Kriegsgeschehen Vietnams eingeschaltet.
Im gesamten Vietnamkrieg wurden doppelt so viele Bomben als im zweiten
Weltkrieg abgeworfen Bomben (ca. 7,5 Millionen Tonnen). Unter anderem
fanden Napalmbomben und hochgiftige Entlaubungsmittel (Agent
Orange) ihren Einsatz, um dem Vietcong den natürlichen Schutz
des Dschungels zu nehmen. Zugleich wurde die Präsenz der amerikanischen
Streitkräfte (Ende 1968 auf 543.000 Mann) verstärkt. Im Rahmen
der SEATO, die zum Zweck der Eindämmung des Kommunismus gegründet
worden ist, stellten unter anderem Australien, Neuseeland, Süd-Korea
und Thailand Südvietnam weitere Streitkräfte zur Verfügung,
gegen die, trotz ihrer technischen und personellen Überlegenheit
der Vietkong mit Unterstützung Chinas und der UdSSR stets ein Gleichgewicht
herstellen konnte.
Nach der politisch-psychologisch erfolgreichen Tet-Offensive des Vietcong
in allen Provinzen Südvietnams, wuchs auf beiden Seiten Verhandlungsbereitschaft.
Nach der Aufforderung Nordvietnams nach Einstellung der Bombardierungen
Nordvietnams, begannen am 13.05.1968 Waffenstillstandsgespräche.
Den USA ist wohl klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist.
Außerdem hat der Krieg ein riesiges Loch in die Staatskasse gerissen,
so groß, dass sich die Ausgaben auf 150 bis 180 Milliarden Dollar
belaufen. Des weiteren hat sich eine Protestbewegung der Zivilisten und
der Presse in den USA gegen das Wirken des amerikanischen Militärs
erhoben, sodass Präsident
Richard Nixon das Programm einer Vietnamisierung des Krieges auf stufenweisem
Abzug amerikanischer Truppen aus dem Kriegsgebiet vorsah. Vorerst aber,
gingen die Kämpfe unerbittert weiter.
1970 und 1971 wurde der Vietnamkrieg auf Laos und Kambodscha ausgeweitet,
um durch die Zerstörung des Ho-Chi-Minh-Pfads dem Vietcong den Truppen-
und Waffennachschub abzuschneiden. 1971 zogen sich im Sinne der Vietnamisierung
die Seatopartner aus Vietnam zurück. 1972 reduzierte die USA ihre
Truppen auf 100.000 Mann. Im Januar 1973 einigten sich der Sicherheitsberater
Nixons Kissinger mit Luc Duc Tho nach langen Verhandlungen auf einen Waffenstilstand.
Mit diesem Abkommen zog sich die USA 1973 offiziell aus dem Vietnamkrieg.
1974 starteten die Vietcong eine Großoffensive und eroberten dann
schließlich Südvietnam ganz. Am 30.04.1975 kapitulierte Südvietnam.
Die
Folgen des Vietnamkrieges
Die USA haben es nicht verhindern können, dass ganz Vietnam eine
sozialistischer Staat wird.
Der Vietnamkrieg hat die Zivilbevölkerung in weiten Teil des Vietnams
auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen und weite Teile des Landes
durch Flächenbombardements und durch chemische Entlaubung (Herbizide)
die Wälder verwüstet.
Der Vietnamkrieg kostete ca. 2 Millionen Menschen das Leben (90% davon
Zivilisten, 56.000 US-Soldaten). Unzählige Menschen leiden bis heute
unter Missbildungen, verschiedene Krebsarten und Schwächen des Immunsystems
durch den Einsatz von dioxinhaltigen Herbizide (40 Millionen Liter Agent
Orange).
Die
Rolle der Medien
Da die USA keine direkte Kriegserklärung gegen Vietnam erhoben hat,
waren die Fernsehersender in der Lage, unzensierte Bilder aus dem unmittelbaren
Kriegsgeschehen in das Fernsehen zu bringen. Damit wurde erstmals in der
Geschichte ein Krieg live aus dem Geschehen vor Ort dokumentiert. Dies
lies die amerikanische Bevölkerung misstrauisch werden. Zuvor hatte
sie geglaubt, es würde ein kurzer Krieg, bei dem der Sieger schon
feststeht. Aber als sich herausgestellt hat, dass die Regierung seine
Bürger getäuscht hat, begannen die Proteste gegen die Regierung.
So haben die Medien sicherlich sehr zur Beendigung des Krieges beigetragen.
Napalm
Im Vietnamkrieg wurden über 200.000 Tonnen Napalm über Vietnam
abgeworfen. Unter dem Eindruck der verheerenden Wirkungen des Napalm-Bombenterrors
wurde nach dem Vietnam-Krieg eine internationale Konvention verabschiedet,
die den Einsatz von Brandbomben ächtet. Diese Konvention wurde von
den USA nicht unterschrieben.
"Sobald brennendes Napalm
die Haut erreicht, lässt es sich kaum entfernen und kaum mit Wasser
löschen. Es klebt auf der Haut (mit starker Adhäsion und ist
stark lipophil) und führt zu fressenden, schwärenden Brandwunden,
die oftmals cancerös werden. Menschen, die nicht direkt getroffen
werden und nicht durch die entstehende Hitze und die giftigen Verbrennungsgase
sterben, werden oftmals erstickt, da die hohe Flammendichte extrem viel
Sauerstoff verbraucht."
Das Militärprodukt wurde während des zweiten
Weltkriegs in den USA von dem bekannten Naturstoffchemiker Louis Frederick
Fieser (Harvard-University /Mass.) entwickelt. Quelle: http://www.fach-chemie.de/8_S_P_Sauren/napalm.html
(Seite ist nicht mehr erreichbar, 13.05.2009 )
Auch im Irak-Krieg 2003 wurden
Napalm-Munition eingesetzt. Das sei notwendig und legal gewesen, sagte
ein Pentagon-Sprecher. Man habe die MK-77-Brandbomben abgeworfen, um mit
einem »schwierigen Feind« umzugehen.
Kommentar : Für die USA heiligt offensichtlich immer noch der Zweck
die Mittel.
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