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Hintergrund-Infos

Nahostkonflikt Israel - Palästina

Nahostkonflikt - UN-Teilungsplan

Als Nahostkonflikt bezeichnet man den Konflikt im ehemaligen britischen UN-Mandatsgebiet "Palästina". Seit Verabschiedung des UN-Teilungsplanes und der Gründung des Staates Israel führte der Konflikt immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen seinen arabischen Nachbarstaaten.

Geschichtlicher Abriss

1. Palästina 1917-1922

 

Ende des 1. Weltkriegs besetzten die Briten vom Osmanischen Reich ein Gebiet im Nahen Osten und nannten es "Palästina". Am 2. November 1917 schrieb der britische Außenminister Balfour in einem Brief, der sogenannten Belfour-Erklärung an die zionistische Bewegung (Baron Lionel W. Rothschild), die Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina zu fördern.

Am 10.08.1920 unterzeichneten im Pariser Vorort Sèvre die Siegermächte des 1.Weltkriegs und der osmanische Sultan Muhammad VI. einen Friedensvertrag. Darin verzichtet das Osmanische Reich auf alle Gebiete außerhalb Kleinasiens: Palästina und Mesopotamien (Irak) gehen an Großbritannien, Syrien und der Libanon an Frankreich, Armeniern und Kurden wird das Recht auf Unabhängigkeit zugebilligt.

2. Palästina 1922 - 1947

 

Im Jahre 1922 trennten die Briten 77% des Landes von Palästina ab. Sie nannten es Transjordanien und gaben es einem kriegerischen Emir, wodurch eine autonome Region für palästinensische Araber geschaffen wurde (Namensänderung 1950: Jordanien).

Juden wurde nicht gestattet, in diesem Gebiet ansässig zu sein. Aus Nachgiebigkeit zu den Arabern unterwarfen die Briten die jüdische Einwanderung in den verbliebenen 23% Palästinas äußersten Restriktionen.

Als während des zweiten Weltkrieges Millionen Juden der Verfolgung durch die Nazis zu entfliehen versuchten, verschloss Großbritannien den jüdischen Flüchtlingen die Tür nach Palästina.

Nachdem es der Mandatsmacht Großbritannien nicht gelungen war, eine sowohl für den jüdischen als auch den arabischen Bevölkerungsteil annehmbare Lösung zu finden, nahmen sich nach dem 2. Weltkrieg die neugegründeten Vereinten Nationen (UNO) als Nachfolger des Völkerbundes der Frage der politischen Zukunft des brititischen Mandatsgebiets an. Zum 25. Mai 1946 verließen die Briten Transjordanien und gaben Jordanien seine volle Unabhängigkeit.

UN-Teilungsplan 1947

 

Am 29. November 1947 wurde der UN-Teilungsplan, der den arabisch-jüdischen Konflikt auf dem Gebiet des Britischen Mandats Palästina lösen sollte, von der UN-Vollversammlung angenommen.

Der Plan teilte das Gebiet in einen jüdischen (in der Grafik blau) und einen arabischen Staat (in der Grafik grün) und sah vor, den Großraum Jerusalem (einschließlich Betlehems) unter internationale Kontrolle zu stellen.

Die meisten Juden akzeptierten den Plan, die arabischen Führer lehnten den Plan ab.

In der Folgezeit kam es im Mandatsgebiet zu zahlreichen Überfällen und Anschlägen durch (irreguläre) jüdische und arabische Kräfte.

UN-Teilungsplan 1947

3. 1948 - 1967

 

Am 14. Mai 1948 ruft David Ben in Jerusalem für das im UN-Teilungsplan vorgesehene Gebiet den souveränen Staat Israel aus.

Einen Tag dannach, an dem das britische Mandat für Palästina abgelaufen war, erklärte die Arabische Liga Israel den Krieg:

Jordanien fiel in das Westjordanland (Samaria und Judäa, auch „Westbank“ gennant) ein und annektierte diese, dazu halb Jerusalem (Ostjerusalem).

Ägypten besetzte den Gazastreifen. In den 19 Jahren jordanischer Besetzung zerstörten die Araber im Osten Jerusalems 34 der 35 Synagogen und schändeten 38.000 von 50.000 Gräbern auf dem Ölberg.

Am 20. Juli 1949 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Israel besaß nun statt der im UNO-Teilungsplan vorgesehenen 56,4 % Palästinas 77,4 % des Territoriums einschließlich Neu-Jerusalem im Westen der Stadt.

4. 1967 - 1993

 

Im Juni 1967 kam Israel einem Angriff von Ägypten und Syrien zuvor und eroberte im Sechs-Tage-Krieg den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel (später zurückgegeben) und die Golanhöhen, von denen aus die Syrer jahrelang Städte und Siedlungen der jüdischen Zivilbevölkerung beschossen hatten.

Trotz Israels Warnungen an Jordanien, sich aus dem Krieg herauszuhalten, beschießt Jordanien West-Jerusalem. Israel eroberte daraufhin das Westjordanland (Samaria und Judäa und Ost-Jerusalem).

 

5. 1994 bis heute

 

Mit dem Gaza-Jericho-Abkommen 1994 kam das Westjordanland und der Gazastreifen unter die Verwaltung der Palästinensischen Autonomie-Behörde (rechts in der Karte in grün).

2003 stellt US-Präsident George W. Bush die sogenannte Roadmap zum Frieden vor. Sie beinhaltet, dass die palästinensische Seite auf Angriffe gegen Israel verzichtet und Israel sich aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland zurückzieht und Palästina als autonomen Staat anerkennt.

2005 setzte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon mit Stimmen der Opposition gegen den Widerstand aus der eigenen Partei den Abbau aller israelischen Siedlungen im Gazastreifen durch. Alle Israelis werden von der eigenen Armee zwangsweise ausgesiedelt. Am 12.09.2005 verlässt der letzte israelische Militärkonvoi den Gazastreifen.

Bei den Parlamentswahlen 2006 erringt die radikal-islamische Hamas die absolute Stimmenmehrheit und regiert seitdem im Gazastreifen.

Das Westjordanland, international "Westbank" genannt, wird von der PLO (Palestine Liberation Organization / Palästinensische Befreiungsorganisation)
verwaltet, die von der linksnationistischen Fatah dominiert wird.

Die im Westjordanland lebende jüdische Bevölkerung lebt in Siedlungen, isoliert von den restlichen Bewohnern. Aus Sicherheitsgründen existieren zwei getrennte Straßennetze zwischen den israelischen Siedlungen einerseits und den palästinensischen Städten und Dörfern andererseits.

Mehr über das Westjordanland

 

 

mehr bei uns
zur Geschichte
im Kalenderblatt:

Geschichte Palästinas
ründung des Zionismus durch Theodor Herzl
1897 : Gründung des Zionismus durch Theodor Herzl
Gründung der Arabischen Liga
1947 : UN-Teilungsplan
Gründung des Staates Israel
1949 : Gründung der Fatah
1967 : Sechs-Tage-Krieg
1973 : Jom-Kippur-Krieg
1987 : Gründung der Hamas
2005 : Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen

mehr bei uns über die Gebiete:

Westjordanland
Gazastreifen
Staat Israel
Aktuelle Interviews von beiden Seiten
zum Nahostkonflikt:
Israels Staatspräsident Schimon Peres im Spiegel-Interview über Frieden im Nahen Osten
PA-Präsident Abbas hat sich in einem TV-Interview über eine Zweistaatenlösung geäußert

 


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