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Das Kalenderblatt

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KW 22 / 2022

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Leben als Gottesdienst

Vor 300 Jahren: Baubeginn der Siedlung Herrnhut

Herrnhut 1765, Zeichnung von Joh._Gottfried_Schultz (Görlitz, Graph. Kabinett, Skizzenhefte)

Blick vom Hutberg 2016 – im Vordergrund hinter den Bäumen befindet sich der sogenannte "Gottesacker", der seit Gründung gewachsene Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine, im Hintergrund das Zittauer Gebirge Quelle: wikipedia.de

Ziehung der Herrnhuter Losungen
Do., 14.04.2011: Unser Kalenderblatt-Sprecher Heiko Müller (hinten rechts im Bild) darf für unsere Radio-Sendung mit Mikrofon dabei sein, wie im Vogtshof zu Herrnhut im 1. Stock aus einer Glasschale in Silbereinfassung gefüllt mit über 1.800 Zetteln die Losungen für das Jahr 2014 gezogen werden. Alles wird feinsäuberlich protokolliert. Foto: Susanne Bader, AREF

01.06.1722: An der Landstraße zwischen Görlitz und Zittau in der Oberlausitz beginnen aus Mähren vertriebene Christen unterhalb des Hutbergs mit dem Bau einer Siedlung. Da ihre Gemeinschaft unter der „Obhut des Herrn Jesus“ stehen soll, nennen sie ihre Siedlung „Herrnhut“. Der junge ortsansässige Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (22), der ihnen auf seinem Gut Berthelsdorf Asyl gewährt, wird ihr Leiter.

Bald zieht ihre Arbeits- und Lebensgemeinschaft, die sich am Urchristentum orientiert, auch Christen anderer Prägung an. Für viele ist Herrnhut eine Zwischenstation, denn schon bald beginnen sie weltweit neue Projekte. Nach 14 Jahren (1736) wird Zinzendorf wegen seiner „freikirchlichen Aktivitäten“ aus Sachsen verbannt. Er versteht das als Gottes Auftrag zur „Pilgerschaft“ und reist als Prediger des Evangeliums durch Europa und Amerika. So entstehen während seiner 11-jährigen Verbannung viele neue Stützpunkte der „Herrnhuter Brüdergemeine“.

* * *

Heute ist sie in 40 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Ihre Geschichte begann jedoch nicht in Herrnhut, sondern bereits über 100 Jahre vor Luthers Thesenanschlag in Prag, wo Reformator Jan Hus wirkte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten sie in Böhmen und Mähren als verfolgte christliche Minderheit im Untergrund, bis sie vertrieben wurden und sich in Herrnhut niederlassen durften.

International bekannt ist die „Herrnhuter Brüdergemeine“ durch ihre Weihnachtsstern-Produktion und durch ihr kleines, blaues Tageslosungsbuch, das in 60 Sprachen erscheint.

Dass im Gemeinde-Namen das „d“ fehlt ist, liegt am damaligen Deutsch. Erst später setzte sich der Begriff „Gemeinde“ durch, aber die Herrnhuter Brüdergemeine blieb sich auch im Namen treu. Und wenn sie sich versammeln, sprechen sie bis heute nicht von Gottesdienst, sondern von „Versammlungen“, weil sie ihr ganzes Leben als Gottesdienst verstehen (Römer 12, 1).

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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1618 : Beginn des 30-jährigen Kriegs
1630 : Tod von Johannes Kepler
1660 : Hinrichtung der Quäkerin Mary Dyer
1682 : Türken belagern zum 2. Mal Wien
1685 : Religionsfreiheit in Frankreich wieder aufgehoben
1685 : Geburt von Johann Sebastian Bach
1700 : Geburt von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf
1703 : Geburt von John Wesley
1712 : Geburt des Philosophen Jean-Jacques Rousseau
1717 : Preußen führt die Schulpflicht ein
1722 : Baubeginn der Siedlung Herrnhut in der Oberlausitz
1727 : Tod von Isaac Newton
1750 : Tod von Johann Sebastian Bach
1756 : König Friedrich II. von Preußen ordnet den Kartoffelanbau an

Die Geschichte der Herrnhuter im AREF-Interview (2011)
Die Ziehung der Losungen in Herrnhut im AREF-Interview (2011)

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2:00 s, mp3, 64 kbit/s, 968 KB

 

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