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AREF-News |
31.07.05:
Scharfe Kritik am christlichen
Fundamentalismus hat der frühere US-Präsident Jimmy Carter (Plains)
geübt. Der Fundamentalismus führe zur Trennung unter Christen und
sei ein Krebsgeschwür für die Christenheit, sagte der 80-jährige
Baptist in einer Bibelarbeit zum Abschluss des Kongresses des Baptistischen
Weltbundes am 31. Juli in Birmingham. Es seien durchweg Irrlehrer, die ihrer
eigenen Erkenntnis denselben Stellenwert einräumten wie der Heiligen Schrift:
"Diese Leute lassen nur sich selber und ihre Sondererkenntnis gelten und
meinen, dass andere Christen nicht unter dem Segen Gottes stehen."
In dem Zusammenhang verurteilte er den Austritt der Südlichen Baptisten in den USA aus dem Baptistischen Weltbund im Herbst 2004. Sie hatten den Dachverband wegen dessen angeblich liberaler theologischer Haltung verlassen. Doch zugleich drückte der Laienprediger seine Hoffnung aus, dass die 16 Millionen Mitglieder zählende Kirche sich schon in naher Zukunft wieder dem Baptistischen Weltbund anschließe.
Carter räumte ein, dass auch die Baptisten in vielen Fragen nicht einer Meinung seien, etwa zur Abtreibung, Homosexualität, der herausragenden Rolle von Pastoren, dem Priestertum aller Gläubigen, der Trennung von Kirche und Staat. Doch in einem grundlegenden Punkt seien sie sich einig: "Wir sind durch die Gnade Gottes durch den Glauben an Jesus Christus gerettet." Die 12.000 Delegierten folgten der Aufforderung Carters, diesen Satz nachzusprechen.
Zugleich rief er dazu auf, bestehende Diskriminierungen innerhalb der weltweiten Christenheit zu beenden. Mehr als die Hälfte aller Christen, nämlich die Frauen, dürften nicht daran gehindert werden, ihrer geistlichen Berufung zu folgen. Dies gelte auch für Leitungs- und Pastorenämter. Carter verglich diese Diskriminierung mit der inzwischen überwundenen Rassendiskriminierung unter Christen. Es gelte sich an Jesus Christus zu orientieren. In der Bibel gebe es keinen Beleg dafür, dass Jesus Christus Frauen missachtet hätte. Carter: "Im Gegenteil: Er hat sie aufgebaut und besonders geehrt." Wenn es nach dem Neuen Testament keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen, Sklaven und Herren mehr gebe, dann gelte das auch für Männer und Frauen, sagte Carter unter dem Applaus der Gottesdienstbesucher. Carter appellierte an die Baptisten, sich stärker an Christus zu orientieren: "Wenn wir uns ihm nähern, kommen wir uns dabei auch untereinander näher."
Carter ist seit 62 Jahren in seiner Baptistengemeinde in Plains im US-Bundesstaat Georgia als ehrenamtlicher Sonntagslehrer tätig.
Birmingham, 31. Juli 2005
Klaus Rösler
Quelle: www.baptisten.org
mit freundlicher Genehmigung
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