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KW 09 / 2018

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Freiheit in Flammen

Vor 85 Jahren: In Berlin brennt das Reichstagsgebäude

Der ausgebrannte Plenarsaal des Reichstages in Berlin, 1933
Der ausgebrannte Plenarsaal des Reichstages in Berlin, 1933

27.02.1933: Kurz nach 21 Uhr bricht im Restaurant des Berliner Reichstagsgebäudes ein Feuer aus. Die Flammen können rasch erstickt werden, aber wenig später brennt der Sitzungssaal lichterloh. Die Feuerwehr ist schließlich mit 15 Löschzügen vor Ort. Erst nach Mitternacht ist das Feuer weitgehend gelöscht.

Polizei und Feuerwehr vermuten als Ursache Brandstiftung. Als Täter wird ein junger, politisch links orientierter Niederländer am Tatort festgenommen. Die Nationalsozialisten werten den Brandanschlag als kommunistischen Umsturzversuch, und Reichspräsident von Hindenburg gibt bereits am folgenden Tag die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ heraus. Sie legitimiert die Zerschlagung der politischen Gegner. Zehntausende werden innerhalb kurzer Zeit in improvisierte Konzentrationslager (KZ) verschleppt.

"Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933, auch Reichstagsbrandverordnung genannt
"Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933, auch Reichstagsbrandverordnung genannt

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Flugblatt der NSDAP zur Reichstagswahl am 5. März 1933, 6 Tage nach dem Reichstagsbrand
Flugblatt der NSDAP zur Reichstagswahl am 5. März 1933, 6 Tage nach dem Reichstagsbrand

Mit dem Reichstagsbrand vier Wochen nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler veränderten sich die politischen Bedingungen im Deutschen Reich schlagartig. Die Umstände, wie sich das Feuer bei einem Einzeltäter so schnell ausbreiten konnte, wurden nie geklärt. Der Anschlag spielte auf jeden Fall den Nationalsozialisten in die Karten.

Dies gibt es in der Geschichte immer wieder: Man nutzt oder schafft eine Notlage, seine Kritiker zu verfolgen und wegzusperren. Die Schutzbehauptung ist immer, die nationale Sicherheit sei in Gefahr.

Schon zu biblischer Zeit schob Kaiser Nero den Großbrand in Rom den Christen in die Schuhe. Auch wenn die neuere Forschung dies bezweifelt: Auch Nero brauchte eine rechtliche Grundlage für die vielen, schnellen Todesurteile.

Jedes Mal in der Geschichte scheint es unmöglich, dass irgendeine Macht solche Regime zu Fall bringen kann. Simon Petrus ermutigte angesichts des Todes damals die junge Gemeinde in Rom mit den Worten:

„Gott aber, von dem ihr so viel unverdiente Güte erfahrt, hat euch durch Christus dazu berufen, nach dieser kurzen Leidenszeit in seine ewige Herrlichkeit aufgenommen zu werden. Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben und dafür sorgen, dass ihr fest und sicher steht. Ihm allein gehört alle Macht für immer und ewig.“
1. Petrus 4, 10-11
nach „Hoffnung für alle“, Brunnen-Verlag

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit: Wie kam Hitler an die Macht?  
1932 : Einweihung des Empire State Buildings
1932 : Geburt von Johnny Cash
1932 : 1. Autobahn in Deutschland
1933 :
Hitler wird zum Reichskanzler ernannt
1933 : Reichstagsbrand in Berlin
1934 : Bekennende Kirche bezieht Stellung gegen NS-Staat
1936 : "Moderne Zeiten" startet in den Kinos
1938 : Abriss der jüdischen Synagoge in Nürnberg

09.11.1923 : Hitlers Putschversuch scheitert
26.02.1932 : Der staatenlose Hitler wird deutscher Staatsbürger
30.01.1933 :
Hitler wird zum Reichskanzler ernannt
27.02.1933 :
Reichstagsbrand in Berlin
23.03.1933 : Parlament stattet Hitler mit uneingeschränkter Macht aus
20.07.1933 : Hitler schaltet Kirche und politische Parteien aus

mehr über Kaiser Nero im Film Quo Vadis (1951)

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