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KW 06 / 2018

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Weltverbesserer und Zweifler

30.10.1947: Bertold Brecht wird vom US-Senatsausschuss „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ verhört. Die zentrale Frage lautete: „Sind Sie oder waren Sie jemals Mitglied der Kommunistischen Partei?“
30.10.1947: Bertold Brecht wird vom US-Senatsausschuss „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ verhört. Die zentrale Frage lautete: „Sind Sie oder waren Sie jemals Mitglied der Kommunistischen Partei?“ Im Zuge einer längeren Auseinandersetzung, in der es auch um Brecht-Texte sowie deren richtige Übersetzung und Interpretation ging, war: „Ich war und bin kein Mitglied einer kommunistischen Partei.“
1988: DDR-Briefmarkenblock zum 90. Geburtstag von Bertold Brecht
1988: DDR-Briefmarkenblock zum 90. Geburtstag von Bertold Brecht

Zum 120. Geburtstag von Bertold Brecht

10.02.1898: In Augsburg wird Berthold Brecht geboren. Bereits in seiner Kindheit beginnt er zu dichten.

Nach dem Notabitur im 1. Weltkrieg schreibt er sich 1917 für Medizin und für Naturwissenschaften an der Münchener Universität ein. Doch anstatt medizinischer Vorlesungen besucht er lieber Seminare über Gegenwartsliteratur.

Nach der Uraufführung seines Theaterstücks »Baal« in Leipzig bekommt er 1924 einen Vertrag als Dramaturg für das Deutsche Theater in Berlin. Dort entsteht mit »Die Dreigroschenoper« eine neue Form des Musiktheaters. Nach dem Reichstagsbrand 1933 flüchtet Brecht mit seiner Gefolgschaft ins Ausland. Zwei Monate später werden seine Werke von den Nationalsozialisten als „undeutsches Schrifttum“ verbrannt.

Nach einer Odyssee durch Europa darf Brecht 1941 in die USA einreisen. Er versucht, Aufträge für Hollywood-Plots zu bekommen, doch mit Kriegseintritt der USA 1942 steht er unter Beobachtung. Nachdem er 1947 wegen seiner gesellschaftskritischen Ansichten verhört wird, will er zurück nach Deutschland.

Weil die westlichen Alliierten ihm die Einreise verweigern, reist er über die Schweiz 1948 nach Ostberlin und gründet im Jahr darauf mit Helene Weigel das »Berliner Ensemble«. Mit zwei Gastspielen in Paris schaffen sie auch den internationalen Durchbruch.

Am 14.08.1956 stirbt Bertolt Brecht im Alter von 58 Jahren an seinem langjährigen Herzleiden.

* * *

Egal, ob er Gedichte, Kurzgeschichten oder Dramen verfasste, immer nahm er die Gesellschaft oder Teile von ihr kritisch unter die Lupe. Nach seiner Lieblingslektüre gefragt, antwortete Bertold Brecht: „Sie werden lachen: die Bibel“.

Gerne verwandte er Texte daraus und verfremdete sie. Immer wollte er den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzuzeigen, aber es macht Mühe, Brecht zu verstehen.

In seinem Stück „Leben des Galilei“ fand er für die damalige Position der Kirche deutliche Worte:

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf.
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
aus Leben des Galilei von Bertolt Brecht, Suhrkamp Verlag

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über Schriftsteller seiner Zeit:  
1892 : Geburt von Corrie ten Boom
1894 : Neubegründung der Olympischen Spiele
1895 : Entdeckung der Röntgenstrahlen
1897 : 1. Herstellung von Aspirin (im Labor)
1898 : Geburt von Berthold Brecht
1900 : Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) tritt in Kraft
1900 : Gründung des Deutscher Fußballbunds (DFB)
1901 : Entdeckung der Blutgruppen
1901 : Gründung der US-Firma Monsanto

Harriet Beecher Stowe (* 1811, † 1896)
Henrik Ibsen (* 1828, † 1906)
Leo Tolstoi (*1828, †1910)
Friedrich Nietzsche (* 1844, † 1900)
Gerhart Hauptmann (* 1862, † 1946)
Hermann Hesse (* 1877, † 1962)
Stefan Zweig (* 1881, † 1942)
Berthold Brecht (* 1898, †1956)

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